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BeitragVerfasst: 02.04.2003 02:47 
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feucht, haarig, eng ... es gibt weiß gott schönere plätze um aufzuwachen. hab ich verpennt? schon wieder? draußen gedämpfter lärm. wie durch oropax. stimmen, die sich überschlagen und überschneiden, ich verstehe kein wort. alles ist nur brei. ich richte mich auf und bemerke, daß ich auf einer kleinen kuppel sitze, die glitschig im fahlen licht schimmert. riecht auch ein bißchen komisch. und irgendwie komme ich mir kleiner vor, als damals, als ich noch größer war. galgenhumor. da ist ja auch ein strick. ein weißer, sieht stabil aus. was soll der schwachsinn? ich stehe auf und werde durch einen unerwarteten hieb wieder in liegeposition gestoßen. "hallo!?" selbstverständlich antwortet niemand. dann eben kriechend, mir doch egal. runter von der kuppel, vorbei an wildfarn, weiter entlang des stromlinienförmigen tals. plötzlich widerstand. eine weiße, elastische wand glaubt sich mir unbedingt in den weg stellen zu müssen. soso. ich überlege, hebe meinen arm, kratze mich am kopf, der sich auch schon einmal anders anfühlte und atme erst einmal durch. plötzlich reißt es wie von geisterhand ein loch in diese wand. licht. wie ich das wieder hinbekommen habe? arm hoch, ausatmen und schon fetzt es löcher in feste materie. muß an dem gestank liegen, wobei es hier nicht besser riecht. aber nun ist der weg in die freiheit da, er liegt vor mir und irgendwo hinter diesen 1000 – watt – lichtern wird mich werauchimmer erwarten. erst mal kotzen. ich krieche durch das loch nach außen, stürze nach unten und lande auf rotem flausch, der hektischer betriebsamkeit gewahr wird und nun auch noch mich am hals hat. unzählige beinpaare in goliathanischer nazigröße flanieren um mich herum, stampfen markerschütternd und oft genug haarscharf an mir vorbei, wobei sie wahrscheinlich leichtfüßig trippeln und nur ich als miniaturausgabe meiner selbst diese schritte als so bedrohlich wahrnehme. ich erkenne armani, schöne schuhe, leider momentan sehr billig, so daß sie jeder zweite proll trägt um vorzugaukeln er wäre keiner, was gelogen ist und arm aber zur zeit alles andere als mein problem. blitzlicht.... - wo zum geier bin ich hier gelandet? links und rechts von mir positioniert sich jeweils ein bein. nylonstrumpfhosen. - juhu...! eine frau. ich liege zwischen den beinen einer frau, einer überdimensionierten zwar, aber ich bin nicht so wählerisch. als minimann sollte man dankbar für jede sexuelle begebenheit sein. meine blicke wandern die beine entlang nach oben und ich erkenne in der schnittstelle, da wo die beine mit dem rumpf verschmelzen, die weiße wand. fuck! auch das da hinein geätzte loch kann ich nun sehen, es ist dasselbe von vorhin, irrtum ausgeschlossen. da war ich vor ein paar sekunden, ganz sicher.... - ..... ich war - im slip einer frau, ein traum meiner jugend ist wahr geworden und entpuppt sich nun als alptraum, in der unterwäsche einer frau die ich nicht kenne, wo es feucht und warm war, wo es gerochen hat wie ein gewächshaus im sommer, wenn die sonne wochenlang draufgeschienen hat, im höschen von einer frau mit langen nylon bestrümpften beinen und .... der strick den ich vorhin gesehen habe kommt mir in den sinn, der wildfarn, die kuppel. mein verdauungsendtrakt beschließt vor angst und ekel ein sämiges geräusch abzusondern und kurz daruf landet der kümmerliche rest einer ehemaligen taube nicht weit von mir. auf dem schönen roten flausch. abgestürzt. einfach so. muß wieder der gestank gewesen sein. mit meinen körpergerüchen ist wohl nicht zu spaßen. wenisgtens, so denke ich mir, bin ich nicht ganz unnütz. ok, ich bin ein scheiß winzling, habe keine ahnung was der ganze mist soll, bin unter viel zu vielen leuten und niemand nimmt mich wahr, aber... ich kann machen, daß die luft riecht. ob sich jemand dafür interessiert?

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BeitragVerfasst: 02.04.2003 15:51 
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Die Abenddämmerung beginnt, als ich nach endlos scheinender Wanderung endlich eine neue Vegetationsstufe erreiche: Wald. Ein dumpfes Gefühl beschleicht mich. Proportional zur Dunkelheit nimmt auch meine Angst wieder zu. Seit es mir ein unbekannter Umstand ermöglichte, mit Tieren zu kommunizieren, ist es mir nicht mehr möglich, normale Tierlaute wahrzunehmen. Damit enfällt also auch aufmunterndes Vogelgezwitscher, sehr schön.

Nach einigen Metern erreiche ich ein kleines Lagerfeuer, 9 tote Eintagsfliegen sind im Kreis darum verteilt. Die zehnte liegt noch im Sterben, sie haucht ihr Leben aus, bevor ich sie erreiche und fragen kann, ob das Feuer vorher schon brannte oder ob Eintagsfliegen der Flammen mächtig sind. Schade, Chance vertan. Ich beschließe, am Feuer zu verweilen und werfe ein paar trockene Äste hinein. Gegrillte Eintagsfliegen sind nicht zu verachten, man könnte den Geschmack am ehesten mit leicht bitterem Bratapfel vergleichen. 10 dieser Mini-Broiler reichen vollkommen aus, um mich zu sättigen.
Im Feuerschein zeichnen sich zwei bizarre Schatten hinter einem Baum ab. Jemand scheint mich zu verfolgen. Nach eingehender Observation des Schattenwurfs stelle ich beruhigt fest, daß es Horst und sein Heuschrecken-Freund sein müssen. Hartnäckige kleine Biester. Vorsichtig rücke ich näher, um das Gespräch der beiden zu belauschen. Kontraspionage quasi.

Heuschrecke 2: "Pssst, du solltest Dich endlich mal locker machen!"
Horst: "Nein Jeróme, er wird uns töten. Töten, töten, töten. Lass uns abhauen, so lange es noch möglich ist!"
Jeróme: "Wenn Du nicht gleich Deine weibische Fresse hälst, werde ICH Dich töten! Die Eintagsfliegen zahlen einen guten Preis für Informationen über den kleinen Arsch, also halt endlich die Klappe und halt die Augen offen."

Horst verliert die Beherrschung. Es gelingt ihm nicht, ein supernervöses Kreischen in seiner Stimme zu unterdrücken.

Horst: "Nein! Nein! Nein! Töten! Er wird uns töten! Mir reichts! Ich verschwinde! Wer soll uns denn bitte noch bezahlen? Jeder einzelne unserer Auftraggeber liegt tot vor diesem Scheiss-Feuer, Mann! Komm mit oder bleib, ich mach die Grille, ich hau hier ab, ich muß hier weg, ich will hier raaaaauuuss!"

Ich habe meine Position geändert, stehe jetzt in direkter Sichtlinie zu den Heuschrecken, die inzwischen gar keine Notiz mehr von mir nehmen, und kann so direkt beobachten, wie Jeróme sich auf Horst stürzt. Die Heuschrecken drehen durch, Horst wird sterben, da bin ich mir sicher. Ich sehe noch, wie der wahnsinnige Jeróme seinem Artgenossen die Fühler aus dem Kopf reißt, höre Horst erschrocken aufschreien, dann geht alles blitzschnell. Instinktiv stürze ich mich auf die zwei, packe Jerómes Kopf und drehe, zerre, reiße ihn von seinem Körper. Sekundenbruchteile später sauge ich sein kleines Heuschreckenhirn aus dem abgetrennten Schädel und rülpse abartig. Ekelerregend. Ich weiß nicht, wie oder wieso das alles passiert ist, aber es geht mir gut, Jeróme kippt einfach zur Seite.
Horst scheint die Orientierung verloren zu haben, er sieht mich, kann aber kaum abschätzen, wie weit ich von ihm entfernt stehe. Zwei dicke Blutstropfen kleben auf den Stellen, an denen noch vor einer Minute seine Fühler saßen. Er sieht irgendwie lustig aus, ich lache. Das bemitleidenswerte Insekt versucht einen energischen und furchtlosen Blick aufzusetzen, sackt dann aber in sich zusammen. Ich glaube, die Ereignisse haben ihn einfach überwältigt, ohne Fühler kann er nichtmal mehr "unten" von "oben" unterscheiden. Trotzdem durchschaut er seine neue Situation. Er weiß, daß ich ihn verschonen werde, legt sich hörig neben mich und krächzt ein entkräftetes "Danke".

Ich werde ihm ein Halsband anfertigen, Horst soll mein Begleiter sein. Im Moment will ich aber nur am Sicherheit spendenden Feuer schlafen, die Wanderung und alles haben hart geschlaucht. Mit letzten Kräften lege ich Horst einen (für mich) großen Stein auf die Hinterbeine, Flucht unmöglich. Zuerst schaut er ängstlich, schließlich aber glaube ich einen verständnisvollen Blick bei ihm erkennen zu können. Mit einem guten Gefühl falle ich kurz darauf in einen tiefen Schlaf. Horst und ich, Heuschrecke und Zwerg, ein unzertrennliches Gespann im Chaos...

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BeitragVerfasst: 05.04.2003 10:57 
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Gerade als ich mit der Häutung fertig bin trifft mich ein erster Sonnestrahl, und wärmt auf wunderbare Weise mein so ausgekühlten Arsch. Ich muss zugeben, es ist das erste mal, dass ich mich derartigen Ritualen hingebe. Man lässt mir ja keine Wahl.
Ich vermute mich auf halber Strecke meines Schicksalpfades. Eigentlich ist es auch Wurst wo ich bin, da sie mich eh bald suchen werden. Egal, ich beginne damit mir darüber Gedanken zu machen wie ich diesen gehäuteten Körper verschwinden lasse. Nur so kann mein Plan auch aufgehen. Bis jetzt ist es mir noch nicht einmal gelungen diesen unheimlich massigen Körper nur einen Zentimeter von der Stelle zu bewegen. Er liegt noch immer vor diesem riesigen Baumstumpf. "Hätte dieses blöde Getier nicht einfach auf freier Fläche sterben können?" Stattdessen hängt er hier völlig verkeilt zwischen diesem Wurzelscheiss. Ich muss zugeben dass die Häutung schon bescheiden ausfiel, und ich sozusagen nur die Hälfte ausbeuten konnte, aber die Beseitigung der Leiche könnte grössere Probleme bereiten. Kurz muss ich anfangen mit lachen. Der Gedanke, dass sie mich die Fluschweine neben ihrem toten Kameraden entdecken beinhaltet zuviel Hoffnungslosigkeit.
Ok, wenn ich es nicht bewegen kann, so muss ich es verscharen. Eine mühselige Arbeit bei dieser trockenen Erde, aber es geht. Ich habe mir vorsichtshalber mein neues Gewand schon mal übergeworfen, man weiss ja nie wie schnell sie kommen werden. Es stinkt erbärmlich. Nach etlichen Stunden Arbeit ist es vollbracht. Die Sonne steht hoch am Himmel, und ich bin völlig hinüber. "Wow" sage ich zu mir, das kannst du später mal deinen Kindern erzählen. Doch schon im nächsten Moment kommt mir diese Story als Kindergeschichte eher unpassend vor.
Ich lege mich auf den neu angelegten Hügel um ein wenig zu entspannen. Mittagspause sozusagen, auch wenn noch nicht klar ist was ich eigentlich nachher zu tun habe. Vielleicht werde ich ein Kreuz bauen. Mal sehen.

Ich überlege mir, wie ich meinen "Kameraden" erkläre werde, dass ich nicht mehr fliegen kann. Nun ja, ich werde einfach einen Flügelbruch vortäuschen. Sie werden es verstehen. Ich bin ja einer von ihnen! Grunz...grunz...HAHAHAHAHAHA.

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BeitragVerfasst: 06.04.2003 18:09 
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Mann, Mann....was soll das alles werden und wo soll es noch hinführen.....keine Ahnung! Bis zum Hals eingegraben war ich nun in eine Gefangenschaft geraden die sich mir jeglichem Verständiss entzog. Was die Stunden oder gar Tage vorher im Lager der Schweine geschah war mir unklar. Nur noch ein sehr schwaches Bild war mir geblieben und hielt mich womöglich auch am Leben.
Klare Gedanken zu fassen war schon lange nicht mehr an der Tagesordnung. Der Hunger plagte mich und die Schwelle der Angst riss nicht ab. Seltsame Dinge spielten sich im Lager der Schweine ab. Nur kurz hatte ich Braínbug meinen alten Kompangniong zu sehen bekommen. Nur er konnte mich oder besser uns noch retten. Meine Aufgaben beschränkten sich auf Hoffnung geben. Den in meiner unmissverständlichen Lage konnte ich wohl rein garnichts anderes tuen.
Brainbug wurde die Schwere Last auferlegt uns zu retten. So wie ich diese Sache einschätzen konnte, war es aber so gut wie unmöglich dieses Rennen zu gewinnen. Doch ich gab die Hoffnung nicht auf den, Brainbug war immer für ausgefallene und gloreiche Ideen bekannt. Gern hätte ich ihm meine Kräfte geliehen die mir noch zur Verfügung standen. Doch leider lag das nicht in meiner Hand. Das Rennen hatte schon lange begonnen und ich mache mir über viele Dinge Gedanken auch wenn mir meine ständiger Hunger das klare Denken immer wieder verbarriekadierte. Ich versuche mein Hungergefühl zu unterdrücken um mich auf meinen Kopf und meine Gedanken zu konzentrieren. Ich schloss die Augen und nahm meine letzte Kraft zusammen um vielleicht irgendetwas zu erfahren. Bild an Bild reihte sich auf einmal zusammen. Föllig erschrocken und ausser Atem öffnete ich die Augen, die Bilder die ich sah waren viel KLARER & REALER als jeh zuvor.

Blut, Eingeweihde, Kampf!!

Brainbug!? Lebt!?

Wie würde der Führer der Schweine das verkraften das er auf die falsche Karte gesetzt hatte.......Bilder, Überlegungen, Gedanken überschlugen sich. Würde es Brainbug schaffen mich hier rauszuholen und würde seine Tarnung ausreichen alle an der Nase herumzuführen. Eine Überlegung die in einer Sackgasse endete. Sowieso kam mir der Führer etwas Zweideutig vor. Handeln und Gesichtsausdruck passten oftmals nicht zusammen. Steckte in ihm doch ein gutes Wesen? Will er das wir sterben, oder steckt er selber in einem Bann der es ihm unmöglich macht anders zu handeln?

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Zuletzt geändert von Fenster am 07.04.2003 11:23, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 06.04.2003 19:02 
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stinkend begebe ich mich auf den weg, quer durch die stadt. ich will weg von dem trubel, weg von lärm und unruhe. irgendeine preisverleihung war da wohl gewesen, schöne menschen und dummes gerede. es gibt nicht viele gelegenheiten, auf welche diese charakterisierung paßt. es ist nun fünf stunden her, seit ich brabbelnd in der frauenmuschi aufgewacht bin und obwohl ich nicht weiß, was ich jetzt machen soll, latsche ich einfach stur durch die planquadrate dieses molochs. ich verabscheue die großstadt, aber es ist ja nicht unbedingt so, daß ich mir diesen ort ausgesucht habe. mir fällt auf, daß ich in den letzten stunden scheinbar gewachsen bin, minimal nur, aber gewachsen. eine weggeworfene büroklammer auf dem gehsteig ist kaum größer als ich. hinter mir verschwinden die lichter der preisverleihung, vor mir wird es morgen. ich habe lust etwas zu zerstören, eine reaktion meines geistes auf ungewohnte situationen, lust irgendjemandem wehzutun, aber ich bin ein wandelndes bazillum. ich könnte höchstens jemanden mit einer krankheit anstecken, ob diesem jemand das dann aber auch schmerzen bereitet, vermag ich nicht zu sagen. langsam erwacht auch die bevölkerung dieser stadt, lauter häßliche menschen mit oberlippenbärten, weißen tennissocken und kacke urlaubsbräune. sieht aus wie ein unmotiviert gestalteter reisekatalog einer minderbudgetierten reiseangentur, hochglanz und fischaugenobjektivkamera. ich will auch so braun sein, unbedingt. vor mir steht ein wegweiser.

"airport -->"

diesem schild folgend, komme ich bald am international airport an. es verwundert mich auch kein bißchen, daß ich mich trotz nicht vorhandener größe genauso schnell fortbewegen kann, wie ein normaler mensch.
und jetzt, da ich am terminal 1 des flughafens stehe, fällt mir vielleicht sogar ein, was ich hier eigentlich will. wartende fluggäste, genervte gepäckabgeberreihen, dazu der geruch von billigem rasierwasser und wildleder schuhspray. ich konzentriere mich gqnz auf mich selbst und lasse einen fahren. sehr befreiend das ganze, für einen moment, bis ein schrilles geräusch einsetzt, harmonisch untermalt vom kreischenden rotblinklicht diverser deckenlichter. eine ansage meldet c-alarm und tausende schreckensbleicher pauschaltouristen kramen zittrig nach ihren gasmasken. lustig. die einsetzende panik, die vom ansager des flughafengebäudes mehr als unprofessionell versucht wird zu unterbinden, nutze ich, indem ich mich durch die sicherheitsabsperrungen trolle und zum gate 43.B renne. noch immer hyperventiliert die panik in der großen halle und eigentlich war diese aktion von mir auch megaüberflüssig. so klein wie ich bin, hätte man meinen durchbruch in die sicherheitszone des flughafens auch bei strikter ruhe und vorbildhafter sittsamkeit nicht bemerkt.
ich laufe weiter, erreiche die offene tür eines flugzeuges und schon bin ich drin. ausnahmsweise verzichte ich darauf, am eingang eine finacial times mitzunehmen. ich habe keine ahnung, wohin wir fliegen werden. aber ich hoffe auf bekackte urlaubsbräune. während ich mich unter einer sitzreihe in der business class breitmache, bemerke ich, daß ich schon wieder ein stückchen gewachsen bin.

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Ich habe kein Kreuz gebaut. Ich liege faul auf dem Dreckhaufen und kämpfe mit dem neuem Kostüm. Mein Plan scheint zwar genial, aber die Durchführung gestaltet sich als ausserordentlich schwierig. Nicht nur das meine neue Haut scheisseng ist, nein es fehlt auch noch ein Stück im Genitalbereich. In den letzten Stunden ist mir mein Glied da mehrmals rausgerutscht. Hoffentlich verstehen das die Flugschweinweibchen nicht falsch, und ich muss... BÄH. Widerlich.
Ein lautes Getösse erschallt im Himmel. Sie kommen also. Nochmal schnell tief durchatmen und dann kann losgehn. Ich drehe mich um... WHAAAAAA... Heiliger bimbam. Mit einem weiten Satz springe ich in das nächste mir ersichtliche Erdloch. Vorsichtig strecke ich meinen Kopf nach oben, um die Lage zu analysieren. Was ich dort sehe , kann ich nicht begreifen. Eine RIESIGE behaarte Fotze mit Flügeln und 6 Beinen. Für den ersten Moment schockiert, gewöhne ich mich an diesen Anblick. Rasiert würde sie wohl besser aussehen. Ob man da mal anfassen kann?

Gedankenversunken bin ich wie in Trance bei diesem Anblick. Die Fähigkeit gut von böse zu unterscheiden scheint mir völlig abhanden zu kommen. Ich steige aus dem Erdloch und laufe ihr entgegen. Plötzlich bäumt sie sich auf, und holt zu einem mächtigen Schlag aus. Ich werde hart getroffen, und verliere die Hälfte meines Kostüms. Nun lieg ich ca. 20 Meter von meinem Unterschlupf entfernt, und dazwischen diese Riesenmuschi mit schlechter Laune. Ich beschliesse sie ab jetzt nicht mehr geil zu finden, und werfe einen dicken Ast nach ihr. Getroffen.
Nichts passiert für kurze Zeit. Nach ca. 3 minütigen gegenseitigen in-die-Augen-schauen wendet sie sich ab und fliegt davon. Was soll das?

Nun ist mein Plan dahin. Ein beinfreies Flugschweinkostüm nehmen sie mir nicht ab. Auf keinen Fall. Scheiss Flügelfotze kommt einfach an, macht alles kaputt und geht dann wieder. Und nun?

Ich beschliesse mich kurz zu setzen und darüber nachzudenken, wie es wohl weiter gehen soll. Ich denke laut:

"Hmmm... kommt an und will mich offensichtlich töten!"
"... schlägt mich und haut dann ab, reagiert nicht auf meine Gegenwehr?"
"Warum der Rückzug... warum?"

Ich habs... auch die Flugschweine müssen Feinde haben. In ihren Augen bin ich eines gewesen! Das muss der Grund sein warum sie nach dem ersten Schlag aufgehört hat... ich war ja nun kein Flugschwein mehr für sie. Mein kaputtes Kostüm hat mich gerettet. Krasser Mist.
Das bedeutet ja auch, dass ich den Tod meines Widersachers auf die Flügelfotze schieben kann. Ich werde einfach behaupten, sie hätte das Keilervieh umgebracht. Ich habe es nur beerdigt. Ich muss ein Kreuz bauen... schnell.

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BeitragVerfasst: 08.04.2003 16:30 
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Trööt..trööt..trööt..trööt..trööt..trööt....
hm??!?? Was'n das? Wo bin ich? hmpf! 9:15 Uhr, Scheiss Wecker. Warum hat noch keiner so ein Teil mit Fernbedienung auf den Markt gebracht..!? Scheisse, ich muss aufstehen.
Ich gehe zum Wecker, stelle ihn nochmal eine Stunde später, und schlafe ruhigen Gewissens nochmal ein.

10:15: so, jetzt muss ich aber raus. Nochmal schnell ins Netz, auf ii den neuen Sammelthread "Erfindungen die die Welt braucht" eröffnen und meine neuste Idee posten. OK, PC angeschalten, Opera gestartet,...Opera gestartet,... HAALLOOO! ich hab gerade Opera gestartet!
aber nix, was ich erwartet hätte passiert.

Statt dessen werden die Wände dunkel und ziehen sich um mich herum zusammen. Ich bekomme leichte Beklemmungen und muss tatenlos zusehen, wie sie sich braun bis schwarz färben und brüchig werden. Erdiger Geschmack macht sich in Mund und Nase breit und die immer feuchter werdende Luft lässt meine eben frisch angezogenen Klamotten klitschnass an mir kleben.
War ich doch seit geraumer Zeit stolz auf meinen geringen haarwuchs, so bemerke ich, wie sich eine Granne nach der anderen auf meinen Armen aufstellt. Scheisse, denke ich, gibts doch gar nicht. Was meine Freundin wohl von meinem neuen Prachtkleid auf den Armen halten wird? Freundin, denke ich nochmal und hoffe, der das irgendwie schon beizubringen...

Nun gut ich bin also eingepfercht in einer kleinen Höhle. Komm ich schon klar damit. Verdursten werd ich schon nicht so schnell. Aber irgendwie knurrt der Magen schon ein wenig. Ich erinnere mich, mal von Menschen gelesen zu haben, die sich in der Einsamkeit von Wurzeln und Insekten ernährt haben. Ich greif halt an die Decke un zerre mir eine Wurzel ab. Ging ganz schön schnell ab. Hätt ich nicht gedacht. Und soo übel schmeckt sie nun auch wieder nicht.

Jetzt gehts wieder. Um die lange Weile zu vertreiben, stelle ich mir vor, ich würde Musik hören...

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geht schon


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BeitragVerfasst: 08.04.2003 18:13 
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Die Sonne steigt in den Zenit und noch immer keine Spur von diesem glatzköpfigen Unwirsch und seinem vor kraft stortzenden Kombatanden.
Keiner meiner Gefährten hat auch nur ein Auge zugetan, die Stimmung ist gereizt, lax und irgendwie surreal. Nur widerwillig werden meine Befehle, dem eingegrabenen Wasser und etwas Essen zu geben befolgt.
Mehr als einmal muss ich Drohgebärden und wütendes Gebrüll einem widerspenstigen Keiler zuwerfen, es scheint die Zeit der Brunft zu kommen und Lotte das unangefochtene Alphaweibchen ist, obwohl mir für immer verfallen, begehrt. Doch ich verdränge die zukünftigen grausamen Rituale und konzentriere mich auf das momentane Geschehen.

Plötzlich, ein schriller Schrei! Ich werfe mich herum und sehe einen schwarzen Fleck am Horizont rasend schnell heraneilen. Panik bricht aus, ich weiss nicht warum, habe keine Ahnung was dieser Punkt zu bedeuten hat, belle kurz einige scharfe Befehle und sehe ein halbens duzend Schweine aufsteigen. Lotte allen voran. Durch das Adrenalin bin ich schlagartig hellwach. Einige Jungkeiler befreien unseren armseligen Gefangenen aus seinem Loch und bilden einen Kreis um ihn herum. Die anderen Keiler sammeln sich in kleinen Schwadronen bereit auf dem Boden oder in der Luft einzugreifen.
Schnell, viel zu schnell naht der schwarze Punkt, ein grelles Kreischen lässt mir das Blut in den Adern gefrieren, ich befehle ein weiteres Schwadron in den Himmel, ein Zweites wartet noch auf mein "Los!". Das schwarze Etwas dreht leicht nach Süden und stürzt sich steil nach unten auf Lottes Schwadron. Geschickt weicht es dem ersten Keiler aus, schläg den zweiten eine furchterregende Pranke in die Seite und reisst ihm die Flanke weit auf.
Ich greife mit der Rechten nach meiner Keule und wiege eines meiner Wurfmesser aus Horn in meiner Linken.
Ein weiterer Befehl und alle anderen verbliebenen Schweine steigen in die Luft, selbst die zur Bewachung abgestellten Jungkeiler, als Volkssturm, quasi. Über den Gefangenen mache ich mir keine Gedanken, gefesselt und erschöpft liegt er am Boden.
In der Luft befindet sich dieses Ding noch immer im Sturzflug, viel schneller, wendiger und kräftiger scheint es zu sein, als der mächtigste Keiler, mich schaudert. Blosse Angst erfasst mich als ich erkenne, dass es sich in meine Richtung stürzt, es will den Oberkeiler, den Kopf des Rudels ... MICH!
Gebannt beobachte ich die Luftschlacht und sehe wie sich Lotte, für den Angreifer nicht sichbar unter einem anderen Flugschwein in Position bringt. Wütendes Gebrüll ausstossend fällt das Ungetüm weiter auf mich zu, passiert den Lotte deckenden Keiler und wird plötzlich aus seiner Bahn geworfen. Aus dem Gebrüll wird ein erstauntes Raunen, als es feststellt, dass ein Bein durch Lottes Angriff sauber vom Körper getrennt wurde.
Es fällt vom Himmel, etwas aber scheint noch in den Klauen zu hängen, selbst im Fall ist unschwer der Kopf, oder was davon noch übrig, des gegen den Glatzkopf angetretenen Ebers zu erkennen. Schmerz bringt mich ins Wanken, erstaunt begutachte ich meinen Körper, finde keinerlei Wunde, da eine zweite Schmerzwelle die mich der Ohnmacht nah bringt.
Ich versuche zu begreifen, mir scheint nichts physisches zu fehlen, ... nichts physisches ... LOTTE! Es trifft mich wie ein Schlag als ich realisiere, dass nicht ich sondern Lotte getroffen wurde! Ich versuche sie am Himmel auszumachen, finde sie, langsam trudelnd am Himmel, mein Blick haftet an Ihr, Ihre Schmerzen müssen unerträglich sein, eine schlimme Vorahnung umfängt mich.
Von Schmerz umnebelt, sehe ich wie Lotte auf den Vulkan hinsteuert, mit Tränen in den Augen wende ich mich wieder dem Kampfgeschehen zu, und sehe das schwarze Ding kurz vor mir. Eine dritte Welle des Schmerzes wirft mich auf die Knie, genau in dem Moment als sich das Monster auf mich wirft.
Dunkelheit, gänzliche Stille bis auf eindumpfes Pochen und auf einmal wieder frische Luft.
Mein Keulengriff zerslittert, das Wurfgeschoss durch den Leib des Tieres schmerzhaft in die Hand gebohrt, drehe ich mich auf den Rücken.
Es vergehen einige Augenblicke, noch immer Stille, mir scheint ich verfolge das Geschehen in Zeitlupe und bin nur Beobachter.

AAARRRRGGHHHH!!!!
Schlagartig läuft die Zeit wieder in normaler Geschwindigkeit und ich höre den Schmerzensschrei dieses Dings, als es sich schwerfällig in Richtung des Vulkans macht, von allen Seiten von Flugschweinen attackiert und auf der Unterseite ragt der fehlende Teil meiner Keule aus dem schwarzen Leib.

Ich fühle mich plötzlich leer, so wahnsinnig leer, als hätte man mir sämtliche Innereinen herausgerissen, doch bis auf meine Hand scheint mir nichts zu fehlen.
Als ich mich nach links wende, sehe ich den Glätzkopf, dreckig blutig und scheinbar verletzt auf mich zukommen. Was auch immer mich in diesem Moment trieb, vermag ich nicht zu sagen, doch ich zerschneide die Fesseln des Gefangenen, hebe ihn hoch und beginne zu rennen so schnell ich kann. Bald hat mich der Kahlköpfige ein, greift dem völlig entkräfteten Kerl von der anderen Seite unter die Arme und wir wanken Richtung Wald. Nach etwa 6 Kilometern erreichen wir die ersten Bäume, ich breche zusammen, bleibe liegen.
Mein Blick richtet sich auf den Vulkan, ein ferner schwacher Schrei wird vom Wind an mein Ohr getragen. Ich sehe, vielleicht durch Lottes Augen einen gigantischen Koloss fallen, bis er die Augen unter sich begräbt.

Ein leichtes Beben ist zu spüren, ein dumpfes Grollen zu hören und eine gigantische Feuersäule schiesst aus dem Krater.

Es ist mir egal. ... Lotte ist tot!
"Die Fotze!" keucht der Glatzkopf.
Ich schliesse die Augen und die Ruhe empfanängt mich sofort.


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An Bainbugs Hals hängend schaue ich auf den Führer der Schweine hinab. Da liegt er völlig entkräftet und aus dem Stumpf wo seine Hand mal war blutet er wie Sau. Brainbug lässt mich nieder im Waldgrass und setzt sich neben mich. Stille ereilt den Waldrand und ein seichter Wind kommt auf. Es bewegt sich durch das Laub und die Blätter der Bäume. Keiner sagt etwas, den in diesem Moment gibt es einfach nichts zusagen. Toten Stille! Was im warsten Sinne des Wortes auch zutrifft. Was mit den Schweinen und dem abartigen Fellwesen passiert ist konnte ich nicht sehen. Nur flüchtig konnte ich erkenne was in diesen wenigen Minuten vor sich ging. Ich schaue nach links auf Bainbug der sich genauso betroffen von dieser ganzen Lage fühlt wie ich. Wir schauen uns an und ein kleines Lächen folgt meinem Blick. Ein Lächeln voller Hoffnung, ein Lächel was zeigt das ich froh bin endlich wieder ein vertrautes Gesicht zu sehen. Ich drehe mich zu meiner rechten und schaue auf den Typen der gerade noch sowas wie der Führer der Schweine gewesen ist. Ich schaue ihn lange an, auch bei ihm löst sich ein Lächeln von seinen Lippen. Ich habe gewusst das er nicht rundum schlecht sein kann, ich habe gewusst das in ihm noch ein Herz schlägt das noch nicht ganz aufgehört hat für uns Menschen zu schlagen.
Mein Blick wandert gen Himmel die Bäume wancken, die Blätter rauschen im Wind, kurzes knacken im innern des Waldes....ich bin kurzzeitig so benebelt, abgelenkt und glücklich das ich die Augen schliesse und mich einfach in meinen Traum fallen lasse. Ich sehe uns alle wie wir zusammen auf einer Feier rumhängen, schwatzen, trinken, rauchen und uns alle amüsieren. Toll, so wie in alten Zeiten ein geiler Hip Hop Beat läuft im Hintergrung und ne bekannte Stimme bringt den Text dazu.......Blunt?
Lächeln!
Kno kommt aus dem Hintergrund mit einem leckeren Wiskey und wir stossen an........................................................doch beim Anstoss wechselt mein Traum schlagartig zu Bildern die mir nicht vertraut sind. Mein Lächeln verzerrt sich abrupt zu einem schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck. Bestien der Dunkelheit nur schwer zu erkennen jagen uns (Brainbug, den Führer und Mich) durch Gelände was wie dieser Wald auszusehen scheint. Wir rennen und rennen.....der Weg steinig, holbrig, dunkel, düster, starker Wind weht, die Bäume knarren und der Himmel verwandelt sich zur totalen Dunkelheit. Ich rege mich hin und her meine Augen kneifen sich immer weiter zusammen....der Schweiss bricht mir aus.....und eine Träne läuft mir aus meinem Auge. Angst überkommt mich, wie schon so oft in diesen Tagen. Ich will mehr erkennen doch in diesem Augenblick schüttelt mich Brainbug zu meiner Linken und weckt mich auf.........aufgelöst und total verwirrt schreie ich Brainbug an...wir müssen los sie kommen.....sie wollen uns alle Töten. Jeden von uns, Egal ob Schwein oder Mensch. Er weiss nicht wo von ich rede versucht mich zu beruhigen, doch das lasse ich mich nicht. Zu wichtig erscheinen mir die gesehenen Bilder.....Ich schrei ihn abermals an " Wir Müssen los, uns Verstecken, wir dürfen nur noch bei Tag unseren Weg beschreiten. Und in der Nacht auf alles gefasst sein. Wir brauchen Waffen. Es werden keine Tricks und Kniffe mehr helfen wenn sie einmal da sind. Ohne erbarmen werden sie auf der Jagt nach uns sein......und uns so lange jagen bis jeder einzelne von uns Tot ist. Kein Entkommen. Weglaufen Zwecklos. Kampf!"
Brainbug versteht nichts von all dem was ich versuche zu sagen.....vielleicht bin ich auch zu aufgelöst um es plausibel genug rüberzubringen. Doch bei dem was ich gesehen habe, habe ich auch allen Grund dazu. Der Führer regt sich, anscheind hat ihn mein Geschrei zurück geholt. Ich schaue kurz rüber packe beide an den Armen und sage " Vertraut mir einfach, jetzt ist es an der Zeit das ich euch das Leben rette."
Ich stehe auf und laufe mit beiden im Schlepptau los. Wo ich noch die Kraft hernehme weiss ich nicht. Brainbug schwitzt und das Blut von diesem Schwein läuft an ihm herunter. Der Führer läuft, eine Blutspur legend nicht mehr ganz aufrecht , doch er muss und wird durchhalten. Tropf, Tropf, Tropf......ich sehe jeden Schritt, Topfen um Tropfen sein kostbares Blutes im Waldboden versinken. Zum verbinden ist später Zeit, noch hält der Schock an. Noch!!??
Alle drei sind wir erschöfft und vielleicht wäre noch eine kleine Weile verschnaufen angebracht. Doch nur noch wenige Stunden bis die Nacht hereinbricht und wir haben absolut keinen Schutz vor der Dunklen Macht in Augenweite.

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BeitragVerfasst: 10.04.2003 00:02 
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Sich nie gehörte Melodien vorzusummen, in neuen Beats aufgehen, das hat schon was für sich. Aber irgendwann kommt man halt an den Punkt, an dem nichts neues passiert, man keine neue Wendung mehr findet. Alles schon mal dagewesen. Und auf Dauer in so 'nem engen Loch zu hocken, is dann ja auch nix. Wenn sich nichts verändert, alles gleich bleibt, man die letzte Möglichkeit der Ablenkung ausgeschöpft hat,.... dann ist man am Ende. Nicht fertig mit sich und der Welt, aber am Ende. Meinetwegen am Ende seines Lateins. Und das passiert also mir, dessen grosse Stärke doch schon immer die Resignation gewesen ist.

Da nicht einmal die 3 verschiedenen Wurzelsorten mir Abwechslung zu bringen vermögen, konzentriere ich mich also auf mich und versuche nachzudenken. Über meine Situation, und die Möglichkeiten bzw. Chancen dieser zu entfliehen. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht mich. Ein noch nie dagewesenes. Aber ein schönes und unheimliches zugleich. Nein, ein Orgasmus war es nicht, dafür stimmte das Zentrum der Emotion nicht mit gewissen Erfahrungsparametern überein. Es kam aus meiner Brust, schoss in die Hände, prallte wieder zurück, durchströmte geschwächt den ganzen Körper, kam als Hauch in den Beinen an und verfloss sich letztenendes in seinen Ursprungspunkt. Ein Gefühl der Energie und des Tatendranges überwältigen mich und ich beginne mit einer von mir ungekannten Geschwindigkeit zu graben. Eine Hand wirft sich vor die andere und unkontrolliert schaufele ich einen Haufen Erde nach dem anderen hinter mich. Zu schnell, um es noch nachzuverfolgen. Wahnsinn, denke ich. Das glaubt mir keiner...

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Ich will gerade die Tür öffnen, ausgeführt mit einer Bewegung die nun mal eine fremde Tavernentür öffnet, und geradewegs selbstredend auf die Bar zusteuern. Ich war den ganzen Tag ohne Wasser am Laufen gewesen, habe also auch dementsprechend Durst. Mit der klauenbesetzten Hand am grossen Griff schiesst mir genau bei diesem Anblick ein Gedanke durch den Kopf:
„Hey du Vieh, du kannst doch da nicht einfach so reinlaufen!“ Denn der grimmige Wirt würde mich bestimmt sofort nach dem ersten Schreck mit seinem riesengrossen Fleischmesser zerhacken. Aber was soll ich sonst tun. Auf Nachdenken habe ich keine Lust, was ändert das jetzt.
Ich laufe einmal um den etwas altertümlichen Massivholzbau, um zu gucken, ob nicht ein Fensterladen offen steht und ich reinsehen kann. Auf halbem Weg bleibe ich kurz stehen um zu pissen. Ein Griff ins Leere, oh mann, stimmt ja - ich muss aber...
„Pups!“ Ja, ich habe doch noch ein Arschloch. Also hinhocken und drücken, und wahrhaftig entplätschert mir ein erleichternder Strahl.
Alle Fensterläden sind verschlossen und ich biege grad um die Ecke zur Vorderseite, als die Tür mit einem dumpfen Poltern aufspringt und ein Fickfrosch raushüpft, gefolgt von dem kräftigen Arschtritt einer noch nicht zu sehenden Person. Eine quiekende Stimme schreit:“Lass dich hier nie wieder blicken wenn du deine Zeche nicht bezahlen kannst! Du...du...armseliges Scheissvieh!“ Ich meinerseits viel zu erschreckt und gleichzeitig tief berührt, ein so schönes Tier auf der Flucht sehen zu dürfen, bekomme nach ein paar Sekunden Dastehen ein: „Was glotzt du so dämlich? Siehst auch nicht besser aus...also komm rein!“ Das sagt mir also ein Menschenkörper mit Schweinegesicht und einem enormen Buckel, wahrscheinlich der Besitzer dieses Spelunke. Leicht zittrig beschliesse ich dem Aufruf langsamen Schrittes zu folgen.
Durch die offenstehende Tür blicke ich ins Innere, kann aber wegen der rauchigen Luft nichts erkennen. Weiter drinnen zeichnen sich zu meiner linken einige grosse Holztische ab, über denen eiserne Leuchter mit kleinen Glühbirnen schwaches Licht in den Raum werfen. Ein Wikinger sitzt an einem der Tische und scheint mit seiner Riesenpfeife allein für die dicke Luft hier drin verantwortlich zu sein. An der Bar rechts von mir hockt ein schmächtiger Kerl mit kantigen Gesichtszügen und schaut mich kurz verächtlich an, flüstert dann etwas zu dem Wirt, der schon hinter die Bar gegangen war. Ganz hinten in einer dunklen Ecke konnte ich noch die Umrisse einer ziemlich grossen Gestalt erkennen, aber sie bewegte sich nicht. Nach einem Räuspern bestelle ich ein grosses Glas Wasser, während ich auf die Bar und den Kerl zulaufe. Ein wenigstens einigermassen normal aussehender Mensch scheint mir momentan die beste Umgebung zu sein, vielleicht erfahre ich ja von ihm etwas über...na ja, das Drumherum halt. Aber just als ich das Wort Wasser auspreche, dreht er sich mit einem verächtlichen Prusten ab. Der komische Wirt will mir grad trübliche Suppe in einen grossen Glaskrug füllen, als mir die Erinnerung an das schlechte Moorwasser wieder in Erinnerung kommt.
„Lieber doch ein Bier, bitte.“
Könnten Schweinefratzen grinsen, hätte ich ganz kurz geglaubt so etwas in der Mimik des Tiermenschen sehen zu können. Aber dann:
„Habt ihr Geld, Kamerad? Es ist nur eine Frage, ihr versteht das sicherlich.“ fragt er fordernd. Aber daran habe ich nicht gedacht. Was mach ich jetzt...Mir kommt das kleine Bündel unter meinem Arm in den Sinn, ich nehme es prüfend in die Hand und fühle mich von allen Anwesenden beobachtet. Es ist ein dicker Klumpen eingewickelt in ein Tuch, und ich beginne langsam es aufzuschlagen, Stück um Stück, selbst am meisten gespannt was da wohl drin sein mag.


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BeitragVerfasst: 13.04.2003 19:04 
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. Ein Lederbeutel. Ich öffne die sorgsam verschlossenen Lederriemen und der wohlige Geruch von feinem Tabak dringt in meine Nase.
„Ja. Ja, ich habe Geld!“ sage ich und verschliesse den Beutel schnell wieder. Wenn das mal gut geht, aber ich muss jetzt was trinken. Und schon poltert ein schäumender Bierkrug vor mir auf den abgeflachten Eichenstamm, der scheinbar schon vielen Generationen von Wirtsleuten als Theke diente. Ich schwenke das gute Teil langsam durch den gesamten Raum, man will ja nicht unfreundlich sein, aber jeder scheint irgendwie mit sich selbst beschäftigt zu sein.
Ein kräftiger Schluck, dann noch einen und ein wohliges Gefühl durchdringt meinen Körper. Der Rest des Kruges verschwindet schnell in meinem Mund und dass ich bei jedem Zug sabber, stört mich nicht. Ich bestelle noch eins, was den Wirt freundlicher stimmt.
„Wir haben auch gutes Essen. Wenn ihr Hunger habt, der Eber ist im gesamten Flanschland für seine Speisen bekannt!“
„Ja, du bist wahrlich ein vorzüglicher Koch und und ein richtiges Schankschwein noch dazu, Keiler.“ sagt der Asi neben mir und fängt an seinen halbvollen Teller mit ranzigem Fleisch weiterzuessen.
„Erstmal nur ein Bier.“ antworte ich mit knurrendem Magen und einem reudigen Gedanken an meine finanzielle Lage.
„Man nennt mich Keiler, was ich persönlich unangebracht finde, und das hier ist mein Kumpel Hagen.“ quiekt der Wirt vergnügt und zeigt auf meinen Nachbarn. „Er kann dir das trinken bestimmt beibringen. Grunz grunz.“
Ich wische mir mit dem Tuch das Bier von meinem Mund und Oberkörper, halte einen Händedruck aber für überflüssig.
„Angenehm.“
„Und wie lautet euer Name?“ Wieder fühle ich mich von gespannten Augenpaaren beobachtet.
„Nono, ich heisse Nono!“
“Nun ja, ich bin öfter hier. Es ist eine willkommene Abwechslung zu dem trüben Moorland dort draussen. Jeden Tag dieselbe Arbeit, morgens früh aufstehen, dann packe ich meinen langen Spiess und mache mich bis abends auf die Suche nach Nacktmullen. Sie stinken fürchterlich, sind gemein aber es ist mein einziger Lebensunterhalt. Ihr könnt euch vorstellen, Nono, dass man eine ganze Menge dieser Nacktmullen braucht, bis man genug für einen ordentlichen Pelzmantel beisammen hat. Ich habe mir auch schon mal überlegt, den Jagdspiess gegen etwas anderes zu tauschen, das gibt immer so hässliche Löcher in den Fellen wenn ich die quietschenden Viecher aufspiesse...“ So redet er immerzu, das Bier scheint noch nicht anzuschlagen bei mir also bestelle ich noch eins, mit bedauerndem Gesicht weil ich den guten Hagen beim Erzählen unterbrochen habe. Das scheint ihn aber nicht zu stören, er bestellt sich einen doppelten Borstenbrand und labert weiter. Immer weiter, schliesslich wird es mir zu bunt und vollgetrieft mit Bier bestelle ich ebenfalls einen Borstenbrand.
„Ah, eine gute Wahl!“ pflichten mir Keiler und die Labertasche zu. „Da machen die Darmzotten so richtig Party!“
Die Hälfte läuft mir aus dem Mund, der Rest lässt mich einen kernigen Schnaps schmecken und ich bin begeistert.
„Noch einen, bitte.“
Diesmal stosse ich mit Hagen an, kippe das Zeug runter, und bevor ich noch einen bestellen kann nehme ich ein Bier, denn der gute Hagen lädt mich auf den nächsten Schnaps ein.
Seine mittlerweile glasigen Augen verschmelzen scheinbar mit dem Rest seiner Gesichtsakrobatik. Er ist strack.
„...und dann kam doch echt die scheiss Mutter von dem kleinen aufgespiessten Drecksvieh auf mich zugerannt und hat mich ins Bein gebissen. Ich pack sie an den Hinterläufen, rupp sie von meiner Hose weg und klatsch den elenden Wurm so lange auf eine Wurzel bis mir die Gedärme um die Ohren flogen und ich habe dabei übelst geflucht: ‚WAS FÄLLT DIR EIN DU AUSGEBURT EINES AALS’ und so Sachen halt. Aber eigentlich liebe ich diese Tiere...“
Nach zwei weiteren Borstenbränden kippt Hagen wie ein nasser Sack vor mir auf den Boden, aber der wirt ist grad in der Küche und ich bin froh endlich nicht mehr zugetextet zu werden also lasse ich ihn so liegen.

Verwundert über meine Nüchternheit gehe ich geraden Schrittes zu der Gestalt in der hinteren Ecke. Es ist ein Schwein mit Flügeln, es steht einfach so da und glotzt mich an. Der eklige Gestank des Viehs und der Mexikanerhut auf seinem Kopf lassen mich zögernd zwei silberne Tequila mit Salz und Zitrone bei Keiler bestellen, der den fertigen Hagen mit geübter Bewegung auf die Theke hieft und kehre zu dem Flugschwein zurück.
„Trinkst du einen mit, Freund?“ frage ich im Hinsetzen. Keine Antwort. Also streue ich eine ordentliche Portion Salz auf seinen häutigen Flügel und meine Hand und setzt zum Lecken an. Gehorsam stülpt sich die dicke Zunge des Flugschweins über die Leckstelle, ich trinke auf einen Zug aus und will dann den anderen Tequila schnell in den Rachen des Flugschweins kippen. Da fällt es um. Kein Mucks mehr. Auf dem Tisch liegt ein Pergament auf dem folgendes steht:
„Finde den Hörnigen und bringe ihn zum grossen Keiler!“ Drunter der Abdruck einer Schweinehufe.
„Heh du, komm her!“ kommt eine sonore Aufforderung aus dem Mund des Wikingers. Ich stecke das Pergament zu dem Lederbeutel und gehe in Richtung des grossen Mannes. Neben ihm steht eine mächtige zweischneidige Axt an die Wand gelehnt, und er sagt:
„Nur keine Hemmung, hol uns was zu trinken und setz dich zu mir!“
Aber was trinken Wikinger denn gerne? Ich entscheide mich für zwei Tiefseetaucher mit Schirmchen und Strohhalm und setze mich an seinen Tisch.
„Oh...“ er blickt ungläubig auf den Cocktail. „Man nennt mich Starg. Starg Forsten. Ich bin Wikinger und ich weiss dass du eine ganze Menge Ärger am Hals hast!“
„Ich? Wieso Ärger.“ Verdammter Strohhalm, das Getränk suppt fast vollständig ins Glas zurück.
Eine dicke Rauchwolke raubt mir kurz den Atem und dann fährt Starg gelassen fort:
„Du hast grad ein Flugschwein der Garde umgebracht. Die hässlichen Viecher sind zwar dumm wie Brot, aber nichtmal ich möchte gegen ein halbes Dutzend von ihnen auf einmal kämpfen, wenn sie auf dem Kriegspfad sind...ääh...Kriegsflug. Und dir wird von nun an die gesamte Armee am Arsch kleben wie Fliegen an der Scheisse!“
Das sind keine guten Aussichten. Ich komme mir plötzlich klein und elend vor, wie ein armes Waisenkind.
„Bei Odin, was geht hier vor sich du elender Wechselbalg!“ schreit Starg plötzlich auf. Und wirklich, die Hand, die sich um den Tiefseetaucher klammert, ist plötzlich die eines kleinen Jungen. Ich schaue an mir runter und sehe schäbige Kleiderfetzen an meinem kindlichen Körper hängen, der rechte Arm fehlt ab dem Ellbogen. Kein Blut, der Unterarm fehlt einfach.


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BeitragVerfasst: 13.04.2003 20:38 
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Ich habe mehrere Stunden unkontrolliert gegraben, einfach so vor mich hin. Hab ja keine Perspektive, dem Schlamassel irgendwie zu entkommen. Und Abwechslung war es allemal. Wäre hier jemand gewesen, der mich beobachtet häte, er hätte mich sicherlich ausgelacht. Habe ich doch anfangs unkontrolliert im Kreis umhergegraben, Purzelbäume geschlagen, mich kreuz und quer durch das Erdreich gewühlt, so begann ich nach einer Stunde ganz langsam, geordnet und organisiert vorzugehen. Einfach war es nicht, da ich mit Emotionswellen diesen Ausmasses noch nie konfrontiert wurde. Und oft genug gingen mit mir auch wieder die Pferde durch. Irgendwann beschliesse ich, mit meiner entdeckten Fähigkeit mir selber etwas gutes zu tun. Richtig gemütlich mache ich es mir. Verschiedene Höhlen werde ich mir graben und diese mit einem anständigen Gangsystem verbinden. Genau! Das mach ich jetzt mal.

Glücklicherweise ist der Boden locker und löchrig. So ist es für mich ein einfaches, die Erdmasse zusammen zu pressen und so einen stabilen Gang zu konstruieren. Das Wohnzimmer ist schon fertig. Zimmer, naja. Nicht im herkömmlichen Sinn. Aber ich beschliesse, mit den Umständen zufrieden zu sein. Das fällt mir irgendwie auch gar nicht schwer. Das muss vielleicht mit den Grannen zu tun haben, die mir gewachsen sind. Ich betaste meinen Körper und stelle fest, dass sie nicht nur auf den Armen sondern überall gewachsen sind. Egal, denke ich mir, dafür ist es nicht mehr so kalt, wenn ich mich auf den Boden setze. Erstaunlicherweise habe ich auch keinerlei Bedenken, den ganzen Tag verschmutzt und stinkend durch meinen kleinen Bau zu schleichen. Nett finde ich es hier, und muss ein wenig über den Vertreter schmunzeln, der mir wenige Tage vor der terristrischen Metamorphose noch einen Bausparvertrag andrehen wollte...

Ich bin bestimmt schon beim 13. Gang (mindestens! ich finde übrigens, dass ich hier schon was ordentliches hinbekommen habe.), da bricht ganz unnerwartet das Erdreich nach vorne weg. Ich erschrecke und mein Energiefluss wird unterbrochen. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Mein Tatendrang ist nun also dahin. Völlig erschöpft breche ich zusammen und schlafe ein...

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BeitragVerfasst: 19.04.2003 17:47 
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Spielt gerade: mit seinen Gedanken
Ein Lauf gegen die Zeit begann. Im Schlepptau mit dem Führer und Brainbug nahm ich den Weg, durch den mir unbekannten Wald auf. Keine Ahnung wohin, doch vielleicht ist uns ja das Schicksal knädig und wir finden irgendwo einen Unterschlupf oder einen Weg der uns weiter hilft. Durch Geäst, Busch und vorbei an Bäumen die mir immer unheimlicher wurden um so weiter wir in den Wald hineinliefen. Das Atmen wurde zur qual, die Beine immer schwerer und keiner von uns hatte einen blasen Schimmer wo wir rauskommen und was wohl passiert wenn die Nacht hereinbricht. Mich wunderte das ich die ganze Zeit keine Veto zu hören bekam. Wieso, Weshalb und warum sie eigentlich meiner Vision glauben sollten. Bisher hatten sie ja noch nicht viel von mir zu hören bekommen. Das mich meine gesehenen Bilder schon mehr als einmal vor dem einen oder anderen Problem bewahrt hatten. Doch ich wollte keinen weiteren Gedanken darüber verschwenden, ich fand es gut das sich keiner dagegen entschied. Denn zu Dritt ist man immer noch besser dran als zu zweit oder gar alleine.
Das Licht war nur noch sehr schwach mit ein paar durchdringenden Stahlen der untergehenden Sonne im Wald vertretten. Die Orientierung viel mir etwas schwer, nur noch kleine Sonnenflecken an Büschen und Ästen dienten mir zur Orientierung. Um so dunkler es wurde um so schleppender ging es voran. Ich kam nur noch mühsam vorran. Aber noch ging es Schritt für Schritt. Aufeinmal hielt mich Brainbug zurück und sagte:" Nicht weiter Fenster! " Ich stockte und frage ihn: " Wieso den nicht? Wir haben noch keine vernünftige Obdach gefunden! " Ich holte während ich Brain ansah zu einen weiteren Schritt aus. Doch im gleichen Moment riss mich Brainbug auf den Boden. Sekunden später ein Zischte und ein leicht vernehmender Windzug am Gesicht vorbei. Ich zitterte! "Was war das?" Brainbug antwortete mit seichter und unbeeindruckender Stimme: " Eine Falle! ".
"Woher wustest du das Brain, ich habe nichts gesehen?" Er sagte nur: "Aber ich habe es gesehen ".
Abermals in seiner Schuld stehend starrte ich ihn an. Und fragte zweifelnd "Kannst du etwa alles sehen, was hier um uns ist?"
Er antwortete: "Ja".

Irgendwas schien ihn zu beunruhigen. Ich frage: "Was ist los?"
Brain zögert kurz und sagt: " Wir werden schon eine Ganze Weile beobachtet und verfolgt. Seltsame Schatten sind uns ständig auf den Fersen. Um so weiter wir in den Wald laufen um so mehr Augen bekommt der Wald."
Der Führer und ich fast zeitgleich: "Was? Und das sagst du uns jetzt erst?"
Brain weniger beunruhigt.: "Sie halten ständig den gleichen Abstand und sind in den Letzten 2 Stunden nicht näher an uns herangekommen."
"Trozdem hättest du uns etwas davon erzählen müssen. Was ist wenn sie und auf einmal angreifen? Das was ich in meinem Traum gesehen habe war nicht gerade Lustig. Und wäre ich umsonst so ungehalten losgelaufen wenn wir uns nicht in akuter Gefahr befinden würden?!" Ich zerre Brain an seinen halbaufgerissenen Schweinekostüm. Wut überkommt mich.

" Keine Zeit zum aufregen, schwatzen und diskutieren, wir müssen weiter". spricht er bedenklich.

Brain übernimmt die Führung durch den Wald. Denn ich seh schon meine eigene Hand vor Augen nicht mehr.

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Woah! Fast schneller als ich gucken kann verwandelt sich die kleine Hand wieder in meine geliebte Klaue, gefolgt von einem Schweissausbruch am ganzen Körper und im Bewusstsein. Was wollte ich schon immer mal sein?
Ein verdatterter Wikinger und meine Spontaneität lassen mich so einige Formen durchlaufen. Angefangen mit einem prächtigen Phallus (beschnitten).
„Alter, das ist porno!“ featured mich Starg und der Wirt klatscht grunzend wilden Beifall. Hagen wacht auf und will grad in dichter Geilheit zum blowjob ansetzen, doch ich morphe schon - unter geringer Anstrengung – zu einem Jesus über.
Der Betrunkene stolpert auf mich zu, faselt irgendwas von Segnen und will mich betatschen. Da fährt mein guter Freund Starg rum, greift sich die zweischneidige Riesenaxt an der Wand und spaltet Hagen mit einem gewaltigen Streich den Schädel.
Zach, bin ich ein Richter, schwarze Kutte, aber die schöne Perücke lässt sich nicht kreieren.
„Lebenslänglich oder du bezahlst meine Zeche!“ gebiete ich Starg.
„Zeche.“
Poch! Der Hammer der Gerechtigkeit donnert auf den Tisch.
Eine Bloody Mary und einen White Russian später holt Starg uns was zu trinken, eine saubere Show meint er, aber nach einem Mord ist die Welt immer so trostlos und benötigt einen guten Tropfen.
Ich biete ihm etwas von dem guten Tabak aus meinem Beutel an, natürlich in Form einer prallen Blondine, und die Tatsache, dass der BH nicht erscheinen will scheint den Krieger nicht zu stören. Im Gegenteil, ich nutze die sabbernde Hörigkeit (er würde im Moment alles für mich tun!) um ihn zu fragen, ob ich seine edle Pfeife auch mal schmökern darf.
„Niemals verleiht man seine Pfeife! Alte Wikingerweisheit.“
Wie das so ist wird alles irgendwann langweilig, und mit einem zufriedenen Lächeln nehme ich meine ursprüngliche Form an, wohlwissend dass Es mir noch gute Dienste leisten wird.
Ich merke, dass ich dringend Nahrung brauche und schaue mich um...


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BeitragVerfasst: 23.04.2003 18:22 
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Seit Stunden laufen wir nun diesem Schorfkopf hinterher, wohlwissend das was hinter und neben uns ist. Ob etwas vor uns lauert...hmmm, vielleicht frag ich mr. zirbeldrüse-ich-weiss-was-was-ihr-nicht-wisst oder herrn ich-kann-im-dunkel-sehen-und-laufe-so-schnell-dass-ihr-permanent-auf-die-fresse-fliegt.
ich hab die Schnauze gestrichen voll!
Vor einigen Stunden bemerkte ich den Verlust meiner Hand, hab wohl was falsches gesagt und da hat sie sich verpisst, einfach so, pah!
Die beste Zeit meines Lebens hinter mir, Führer auf Zeit und spontan von hundert auf null, halt die Fresse! Ich hab Hunger, nur noch eine vordere Extremität und laufe mit Pfohlen durch die Kante, die zumindest partiell Schuld sind an dem Schlamassel.

Wir erreichen eine kleine Lichtung, in der Mitte ein kleiner Baum, drumherum einige Findlinge circa mannshoch.
"Vorsicht!" zischt Schorfi, den der andere Brainbug nennt, "oder hast du Bock auf ein Rudel Huftiere?"
"Natürlich Nicht!" blaffe ich halblaut zurück und ducke mich mit den zwei anderen hinter einen Wacholderbusch.
Warten....eine Ewigkeit, man, man, man, man...ich seh die Viecher nicht mal!
Irgendwie wird mir das Ganze doch zu langweilig und ich trolle mich, um ein paar Meter im Dunkeln herumzufallen. Nach etwa vierzig Metern stolpere ich nicht nur, sondern lege mich richtig, mit Sternen und allem.
Der Schmerz ist drastisch und es gelingt mir nur knapp einen Schrei zu unterdrücken, ich beginne den Boden abzutasten und darf schmerzhaft ertasten, dass der Grund meines Sturzes ein Igel ist, ob Hunde- oder Schweineigel ist mir momentan wurscht, aber es ist ein Weibchen und es schnauft, ganz und gar verführerisch. Nach wenigen Anläufen gelingt es mir den Brunfschnaufer zu imitieren und korpuliere wenige Minuten später, heftig mit der Igeldame.
Ich habe plötzlich eine Idee, ich starre auf meine Hand (respektive den Stumpen meiner Hand), dann auf den Igel, auf meine Hand, auf den Igel, auf meine Hand,...
Und tatsächlich, der Macht der sexuellen Versklavung sei dank, verschmilzt meine Armstumpen mit dem Leib des Igelweibchens.
Meine Wahrnehmumg wird etwas komisch, ich seh gespalten, rieche aber plötzlich die Huftiere. Völlig verplackt stürzte ich zurück zum Wacholder. Sie tun so als hätten sie mich nicht bemerkt, hmm, ich stelle mich lautlos hinter Brainbug und tätschle ihm freundschaftlich die Schulter. Er fährt herum, stößt einen Schrei aus und ich stelle fest, dass ich in Zukunft solch gar lustige Spässe nur noch mit der rechten Hand machen sollte.

Einige Tränen machen seine Augen ganz glasig, ich hab Mitleid ... und plötzlich, also, wie Schuppen von den Augen, ... , nee, kann nich sein, das ist doch... ! Spontan fang ich auch an zu Heulen!


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BeitragVerfasst: 23.04.2003 19:57 
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dieses verdammte flugzeug! wieviel kerosin passt eigentlich in so eine maschine??? seit mehr als einer woche fliege ich nun mit diesem teil planlos durch die luft. andere kommen in dieser zeit zum mond und zurück. ich kann nicht mehr schlafen, das habe ich erfolgreich hinter mich gebracht. die letzten tage fast ausschließlich. was soll man sonst auch machen? das catering angebot schamlos mißbrauchen? richtig! aber als mieses, kleines blindes-passagier-insekt, sollte man schon aufpassen, welchen weg man einschlägt, bzw. welche dinge man tut. schneller als man "me hercule" sagen kann, könnte die bordtoilettenspülung zischen und mit ihr mein, wenn auch kleiner, so doch alabasterähnlicher körper in richtung "verdammt tief runter" fallen. besser die klappe halten und von dem sud ernähren, den die schwammige person unter deren stuhl ich sitze, im stundentakt säuglingsartig ausbrabbelt. was mir zu denken gibt, ist, daß ich seit einer woche auch nicht weiter gewachsen bin. nicht einmal rumstinken klappt mehr so richtig. muß an der höhe liegen.
der fettsack über mir hat seine mit fettflecken übersähte tageszeitung fallen lassen. "inselgruppe schwanger!" lese ich in großen lettern, "schon wieder eine kuh gemolken", "forschungsobjekte aus geheimlabor geflohen und unauffindbar irgendwo in der welt verstreut" - nur müll, das übliche eben.

ich beschließe, weil das so furchtbar nach tatendrang aussieht, mich aufzuraffen und krieche zum cockpit, unter der tür durch, hinein ins pralle leben der gewerkschaftsflieger. die haben tatsächlich einen fernseher bei sich stehen und schauen "friends"! seit einer woche??? was ist deren problem? und wieso beschwert sich keiner der fluggäste? ich krieche weiter, um den ganzen bereich sehen zu können. der pilot liegt mit mehreren spritzen, sehr symetrisch im linken arm verteilt, am boden und hat lila schaum vor'm mund. der copilot klopft sich gerade auf die schenkel, vor lachen nehme ich an. aber warum guckt er so komisch leidend? hat er schmerzen? sein stuhl dreht sich in meine richtung und .... zwischen seinen beinen wippt im rhythmus der friends-abspannmelodie ein rothaariger frauenkopf. yeah! ob sie wohl schlucken wird? ich bin kurz davor, den piloten ihre fernseh-dreistigkeit zu verzeihen, da ertönt eine stimme aus dem boardfunkgerät:
"hallo, hier sf 4271, hören sie mich 1278?"
der noch immer leidend genießende co-pilot schaut kurz auf, stutzt, gibt seiner kleinen freundin anweisungen nicht zu unterbrechen (hat der jetzt dabei gefurzt?) und gibt die angelegenheit weiter, an eine zufällig den raum betretende kaffeebringerin. der pilot zuckt kurz, aber mit sicherheit nicht wegen der geräusche in dieser, realen welt. die kaffeefrau ist definitiv überfordert, schließlich will der co-pilot immer viel milch dazu und zwei stückchen zucker. er ist, nebenbei gesagt, ein wunder der synchronität - was er alles gleichzeitig kann, beeindruckend!

wieder meldet sich die stimme: "hallo.... hören sie mich?!" war der ton vorhin schon so aufdringlich und warnend? der co-pilot, noch immer mit vor lust enstelltem gesicht grunzt zufrieden und schert sich einen dreck um die immer lauter und flehender werdende stimme aus dem funkgerät.
minuten vergehen im sekundentakt, warum weiß ich auch nicht, finde aber, daß es gut hier her passt und vor allem geil klingt. erneut blitzt die unsichtbare stimme auf, diesmal untermalt von kreischenden frauenstimmen, die scheinbar zu anderen konditionen arbeiten dürfen und deshalb den mund frei haben. "HAALLLLOOOOOOO!!!!" der schrei geht fast unter im plötzlich auftretenden lärm und schaukeln der maschine. ich klettere am elegant geschwungenen frauenbein der kaffeebringerin nach oben, springe auf das kontrollpult und blicke, durch die matten scheiben des cockpits, nach draußen. "beschissen!", entfleucht es mir, der ich sonst auf so gewählte umgangsformen bedacht bin. eine jumboschnauze in unserer höhe rast auf uns zu, man sieht schon den perligen angstschweiß der gegenüberliegenden piloten und --- CRASH! wie ein perlentaucher, der plötzlich realisiert, daß er eigentlich gar nicht mehr genügend luft hat, schnelle ich nach oben, beschleunigt noch zusätzlich durch den plötzlich auftretenden druck und werde, kurz bevor mich das flammende inferno erreicht, in die luft geschleudert.

unter mir knallt es erbärmlich, körperteile fliegen durch die luft, huch schon wieder ein bein, und mit lärmigem getöse trudeln schwarze, brennende teile, aus denen einst unser flugzeug bestand, in richtung erde. mein glück, daß ich so ein winzling bin und so die erdanziehungskraft nicht in vollem umfang erlebe (was natürlich physikalischer blödsinn ist). im schwebezustand gleite ich nach unten, die flugzeugreste treiben in richtung osten ab und klatschen irgendwo auf. mich treibt es immer mehr in richtung westen, ich falle, nein schwebe, weiter nach unten, wie es sich gehört, und noch weiter und werde schneller... ich kann schon den boden sehen, hundert meter vielleicht schätze ich, aber im schätzen war ich immer schlecht, weiter und weiter, noch zwanzig meter, siebzehn, dreizehn.... ja hol's der teufel, die zeit vergeht, achtung: wortspiel! - wie im flug - hahaha! .... noch drei meter und plötzlich: buff! ich wachse um mindestens anderthalb meter, vielleicht mehr, das schätzen, wie gesagt. das, was ich in der höhe des einwöchigen fluges nicht gewachsen bin, scheint sich nun in sekundenschnelle zu relativieren. der fall wird schneller, ein dach von wasauchimmer, welches ich vorhin fälschlicherweise als boden angenommen hatte, wird meinen fall schon bremsen. denk ich mal so. als optimist. krach, das dach bremst den fall nur kurz, ich schlage ein loch hinein und lande auf einem dreckigen, nach whiskey stinkenden fußboden. aber - ich lebe. hatte ich das schon erwähnt? neben mir lungern komische gestalten, einige schauen sogar, was hier so plötzlich reingeflogen kam und ein pfeife rauchender wikinger diskutiert mit einem wirklich häßlichen typen über einen axtmord und das verleihen von pfeifen.

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BeitragVerfasst: 08.05.2003 16:07 
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Erwachen. Irgendwas stimmt hier nicht. Ich bleibe regungslos liegen und taste die Umgebung mit vorsichten Blicken ab. Unglaublich. Eine neues 10er Kommando Eintagsfliegen ist eingetroffen. Alle machen sich an Jeróme zu schaffen. 9 der kurzlebigen Gestalten untersuchen seinen leblosen Körper, die zehnte hat sich Jerómes abgerissenen Kopf aufgesetzt und springt im Kreis umher.

"Seht mal Leute, ich bin eine Heuschrecke!"

Horst, geistesgegenwärtig und loyal, oder tot, stellt sich tot. Die Eintagsfliegen scheinen äußerst verärgert zu sein, weil ihr Informant seine Arbeit nicht zufriedenstellend beenden konnte. Mir reichts - ich springe blitzartig auf, brülle unverständliche Verwünschungen und renne wild mit den Armen fuchtelnd auf die Fliegen zu. Gleichermaßen erschrocken und ehrlich beeindruckt von meiner Darbietung ergreifen sie auf der Stelle die Flucht. Nur die Fliege, die sich mit Jerómes hohlem Haupt geschmückt hat, ist nicht in der Lage, schnell genug davon zu fliegen. Wenig später halte ich sie fest in beiden Händen und schreie ihr eintausend Fragen ins verblüffte Gesicht. Ich wünschte, Horst würde sich zu Wort melden, dann hätte der Vorgang fast schon etwas von einem Kreuzverhör. Good Cop, Bad Cop. Aber Horst schweigt. Noch immer liegt er regungslos unter diesem Stein.
Geschätzte 12min später ist die Fliege tot. Herzstillstand oder sowas. Die weit aufgerissenen Augen starren mit ausdruckslosem Spektralblick ins Leere. Traurig, sicher hätte sie ohne mein Einwirken noch ein paar Stunden mehr gehabt. Egal, wenigstens habe ich ein paar Informationen aus ihr herauspressen können. Ich befinde mich an der Nordgrenze des so genannten "Grünwaldes". Warum Horst und Jeróme beauftragt wurden, mich zu observieren, weiß wahrscheinlich keiner mehr so genau. Der Eintagsfliegen-Älteste, damals unfaßbare 32 Stunden alt, nahm den Sinn dieses Befehls mit ins Grab. Auf jeden Fall setzen seither alle Eintagsfliegen dieser Welt sämtliche Hebel in Bewegung, mich und meinesgleichen auszuspionieren. Ich erfahre weiterhin, daß sich mindestens 5 weitere Geschöpfe meiner Art oder Gesinnung auf dieser Welt, resp. diesem Planeten oder was auch immer aufhalten.

Eine halbe Stunde später ist Horst zu sich gekommen. Ich habe ihm aus Fasern und Halmen ein lässiges Halbsband geflochten. Er kauert vor mir, erholt, zu allem entschlossen und er sieht total Scheiße aus. In einer feierlichen Zeremonie habe ich der toten Eintagsfliege die Flügel herausgerissen und sie in die beiden verklebten Stellen auf Horst’s Kopf gesteckt. Dahin, wo einst die Fühler Platz fanden. Es ist ein tolles Gefühl, ich habe etwas einzigartiges erschaffen.

Ich beschließe, meinen Weg in Richtung Süden, also tiefer in den Wald hinein fortzusetzen. Irgendetwas zieht mich förmlich dahin. Horst fühlt sich übergangen, seiner Meinung nach sollte über den weiteren Verlauf des Weges demokratisch abgestimmt werden. Ich denke kurz darüber nach und finde schließlich eine Halsband-Einstellung, die ihm gerade genug Luft zum Atmen, nich aber zum Reden lässt. Vielleicht nichtmal zum Nachdenken, armes Ding.
Es gestaltet sich schwierig, durch Büsche und Dornengestrüpp voranzukommen, wenn man eine geschätze Größe von 17,2cm hat. Nach kurzer Zeit hat sich mein Regenwurmhaut-Dress in eine Art Fransenbody verwandelt. Aber ich strotze den Gefahren, zerre den widerspänstigen und völlig verängstigten Horst hinter mir her und hoffe, irgendwann auf ein halbwegs humanoides Wesen zu treffen...

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BeitragVerfasst: 12.05.2003 10:07 
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Krach - krach - grunz - pflatsch. Eine Gestalt durchschlägt den Dachboden über mir als wäre es Nichts. Ich bin zuerst enttäuscht über die Tatsache, dass die Hütte scheinbar doch nicht so massiv ist wie ich erst dachte. Naja, Freude kommt in mir auf als die vollführte Arschbombe auf dem Wirt endet. Keiler ist platt, einfach nur platt. Ich muss nur kurz grinsen, wohlwissend dass sich die Zeche hiermit beglichen hat.
"Mwarharhar...huahuahuahuah...."macht Starg, es scheint auch ihm gefallen zu haben. Die Pfeife in der einen Hand, mit der anderen schlägt er ununterbrochen auf den Tisch und lacht Tränen. Hoffentlich zerbricht die Platte nicht, so wie das Dach. Ich schaue in das verzerrte Gesicht des Wikingers, schaue in die Ecke zu dem toten flugunfähigen Schwein, bewundere den sauber gespaltenen Schädel des Versagers und schliesslich vom Loch in der Decke gerade runter auf den neuen Eingeweideteppich mit Neuling drauf. Ich bleibe so sitzen und geniesse.
"mmmmpppfffffff....grrrrrrharrharrharrharr...."heult der Nordmann immer weiter. Sein Kopf scheint bersten zu wollen, die Röte nimmt Überhand, heftiges Ringen nach Luft wechselt sich mit hallendem Gelächter ab. Das geht so eine ganze Weile, irgendwann verstummt Starg plötzlich und sein Kopf sinkt auf den Tisch. Er hat sich totgelacht!
Ich nehme seine Pfeife in Gewahrsam, klopfe sie sorgfältig aus und stelle mich vor. Der einzigen noch lebenden Person in diesem Raum.


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BeitragVerfasst: 27.10.2003 23:00 
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ein selten hässlicher krüppel, kaum zu glauben. steht hier vor mir, hat eine pfeife in der hand aber keine zwischen den beinen. guckt mich dumm an, oder an mir vorbei. schielt der oder was? ob er meine sprache spricht? ich meine, klar, er hat gerade etwas gesagt, sollte wohl sein name sein. aber den kann er ja auswendig gelernt haben. papageien plappern auch alles nach, ohne den sinn des gesagten zu erfassen. hat er dieses gemetzel hier veranstaltet? meine fresse, ist der hässlich!

überall an den wänden klebt so etwas wie eingeweide, dem typen am tisch scheint der kopf geplatzt zu sein. bestimmt hat er versucht dem hässlichen geschlechtsverweigerer im gespräch zu folgen, das hat ihn umgebracht. ich sollte vorgewarnt sein. wenn das pfeifenmännchen mir blöd kommt, hat es ausgezwittert. er steht friedlich vor mir und guckt immer noch. hoffentlich hat er sich nicht in mich verliebt. immerhin habe ich mittlerweile wieder eine stattliche gestalt. ich bin gewachsen, eine ganze menge sogar. ich dürfte nun wieder auf normalgröße sein. bin gespannt, ob das mit dem größerwerden noch weiter geht. wenn es nach mir geht nicht! ich bin zufrieden.

das hässliche ding kann seine blicke scheinbar nicht von mir wenden. klar, ich sehe gut aus, jetzt wieder, aber das ich so einen durchschlagenden erfolg bei einer solchen kreatur habe, überrascht mich dann doch. ich sehe ihn an, etwas länger als normal gereicht hätte, um die aufmerksamkeit anderer zu erwecken, und er beginnt zu lächeln. so etwas wie eine schauer läuft ihm den ganzen körper entlang, vom kopf, den er genüsslich schüttelt, bis hinab zu den gespreizten füssen, die unruhig auf dem verdreckten boden der taverne herumzappeln.

„hey!“, sage ich. das bedeutet so viel wie „hallo“, da wo ich herkomme. das männchen grunzt mich freundlich an. seine augen blinken, er öffnet seinen mund und schlägt mir seine lange hundezunge entgegen. ‚jetzt wird er mich fressen oder ficken’, schiesst es mir durch den kopf, aber nichts geschieht. er steht nur weiter vor mir, die zunge aus dem mund heraushängend, die augen glitzernd. draußen wird es dunkel. die zunge tropft. als ich ihn schon fragen will, was denn nun los sei, beginnt er sich von wir abzuwenden, erst mit dem rechten, dann mit dem linken bein; er dreht sich weiter, bald hat er eine volle umdrehung geschafft, gleich wird er mich wieder ansehen, gleich wird seine zunge wieder vor meine guten stiefel tropfen. im übrigen finde ich es sehr verwunderlich, dass meine kleidung scheinbar mit mir gewachsen ist. oder hatte ich das schon erwähnt? noch eine vierteldrehung, dann ist er wieder da, wird mich angucken, ansabbern, anflirten, wasweißichdenn. der erste stern ist aufgegangen, ich seh es genau, durch das loch im dach. das männlein mit der pfeife hat seine drehung vollendet und schaut mich an, aber nur kurz, denn schon setzt er zur nächsten drehung an, hebt sein rechtes bein zur seite, zieht das linke nach und begibt sich erneut auf den weg, der eigenen umkreisung. etwas schneller als zuvor, so scheint es mir, ausserdem beginnt er ein lied zu pfeifen.

als er seine zweite runde geschafft hat, bleibt er nicht mehr vor mir stehen. er setzt zur nächsten runde an, wird dabei noch schneller, sein pfeifgesang wird noch lauter und das männlein immer euphorischer. nach der nächsten runde ist er nicht mehr zu bremsen und ich erkenne nun endlich was das ganze soll. er tanzt. schlicht und wahr, er tanzt. sein komisches gesicht verzieht sich dabei zu so etwas wie einem lächeln und ich bemerke, dass er eigentlich doch ganz niedlich ist, wenigstens nicht so hässlich wie ich zuvor gedacht habe. in seine drehungen mischen sich nun auch sprünge, sein pfeifen hat sich zu einem gesangsähnlichen brei erhoben, sein lächeln wird zu einem lachen, das mich unweigerlich in seinen bann zieht, so dass auch ich lachen muss, zuerst leise, nur für mich, dann immer lauter und exzentrischer, bis ich schließlich in seinen eigenartigen tanz einsteige und sein liedchen mitsinge. ich kenne zwar den text nicht, aber das ist uns gerade herzlich egal, jawohl uns, nicht mir, nicht ihm, nein uns! genauso egal wie die toten, die um uns herum im raum liegen, genauso egal wie das gedärm, das an den wänden klebt, genauso egal wie unser bescheuerter auftritt in einer kneipe mitten in der pampas. nur nicht so egal, wie seine geschlechtslosigkeit. die macht mir schon etwas zu schaffen. während ich beschliesse diese kreatur stefanie zu nennen, weil mir der name schon immer gefallen hat, bricht er/sie nun endlich sein schweigen:

„endlich habe ich jemanden getroffen, der mit mir spielt.“ – nein, hast du nicht!, will ich rufen, aber ich bin zu erstaunt darüber, dass stefanie sprechen kann. „lass uns zusammen weiterziehen, eine ausgedehnte kneipentour machen“, schlägt stefanie vor und in diesem moment, habe ich das gefühl, einen verbündeten gefunden zu haben, eine schwester im geiste, eine kreatur, mit der man saufen kann. etwas neues bricht an, eine neue zeit, die irgendwie nach etwas vertrautem klingt. etwas, dass schon einmal da gewesen sein muss, vor langer zeit und aus welchen gründen auch immer einschlief. wir tanzen weiter, stefanie und ich, freuen uns, in zukunft nicht mehr alleine durch diese verwirrende welt streifen zu müssen, freuen uns auf ausgedehnte saufgelage, ja, ganz besonders darauf. irgendwie geht es immer weiter, denke ich, und schlage mir kurz darauf den kopf gegen den verdreckten tresen. wer so dumme sachen denkt, der soll schmerzen leiden......

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