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Software-Updates für Dieselmotoren
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Autor:  Schattenwal [ 01.03.2018 08:35 ]
Betreff des Beitrags:  Software-Updates für Dieselmotoren

Jetzt neu: Diesel ist der Böse!

Unabhängig von diesem ganzen politischen und wirtschaftlichen Quatsch der letzten Tage interessiert mich tatsächlich ob ein "Software-Update" die Schadstoffe reduzieren kann? Was will man denn da genau machen. Auf 70 Kmh drosseln?
Es will nicht in meinen Kopf wie Software gegen Schadstoffe hilft.

Ist hier jemand in der Lage das mal zu erläutern?

:yeah:

Autor:  fBx [ 01.03.2018 09:38 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Meinem laienhaften Verständnis nach funktioniert das Ganze ähnlich wie Chiptuning, nur mit anderem Ergebnis. Es kommt da zu Änderungen daran, wie der Motor den Diesel verbrennt. Die Haupteinspritzung erfolgt etwas früher, wodurch die Menge reduziert wird und der Verbrauch sinkt, gleichzeitig aber auch die Leistung. Da mit einer Leistungsänderung (auch Verlust) die Typgenehmigung verfällt, darf sich diese nicht ändern. Um das zu kompensieren, wird nach der Haupteinspritzung noch eine Nacheinspritzung nachgelagert, so dass die Rußpartikel teils schon im Motor verbrennen. Zudem wird der Einspritzdruck erhöht. Alles in allem soll damit der Ausstoß von Stickoxiden verringert werden, ohne dass die Leistung leidet.
Funktionieren wird das Ganze auf Softwarebasis aber wohl nur mit Euro 5 und 6-Fahrzeugen. Ich habe einen Euro 4, der müsste eine Hardwarenachrüstung erhalten und die beläuft sich laut diesem Artikel hier auf bis zu 2000€. Mal schauen, ob man das dann vollständig selbst bezahlen darf.

Autor:  Sickboy [ 01.03.2018 10:02 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Eine Hardwarenachrüstung könnte bedeuten das diejenigen in ihr Fahrzeug einen AdBlue-Tank eingebaut bekommen. AdBlue ist ein Harnstoff der Abgase im Katalysator reinigt. Ich kenne das Zeug von den Fahrzeugen mit denen wir nach Bosnien fahren. Eine Füllung reicht ungefähr für 8000-9000km. Also würden nicht nur Kosten für den Einbau anfallen, sondern auch weitere laufende Kosten für den Fahrzeugführer. Das Zeug ist zwar nicht so teuer, Kleinvieh macht aber auch Mist. Ansonsten hat fBx alles richtig erklärt.

Autor:  Schattenwal [ 03.03.2018 10:30 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Ich danke euch Jungs. Zumindest technisch verstehe ich es jetzt. :up:
Nur wirklich daran glauben, dass es tatsächlich viel bringt kann ich immer noch nicht.

Als ob man mit SoftwareBoost jemals mehr als 15% ändern könnte.

Autor:  fBx [ 03.03.2018 11:30 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Kann man auch nicht. Um Euro 5 auf die neuen Regularien zu bringen, solls wohl reichen - alle drunter müssen umrüsten.

Autor:  Sickboy [ 03.03.2018 13:00 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Nur mal so am Rande...betroffen sollen wohl so ca 6Mio Fahrzeuge sein die umgerüstet werden müssten. Die Kosten dafür belaufen sich so zwischen 1000 und 3000 Euro je Fahrzeug. Rechnen wir mal mit 2000...das wären quasi 12Mrd Euro die dafür eingesetzt werden müssten. Eine stolze Summe wie ich finde. Ich bin gespannt wer das bezahlen darf... :8

Autor:  Bender [ 03.03.2018 17:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Sickboy hat geschrieben:
Ich bin gespannt wer das bezahlen darf... :8

Wir.
Oder neudeutsch: der Mittelstand.

Viel Glück übrigens bei der Durchsetzung von Nachrüstungen für Traktoren, Baumaschinen, (Kreuzfahrt)schiffe, Diesel-Loks, U-Boote, BW-(Ketten)fahrzeuge, Notstromgeneratoren (Krankenhäuser, AKW, THW, Bundestagsgebäude!) und sogar Flugzeugen.
Und viel Spaß bei der Durchsetzung der vielen Ausnahmen: Pflegedienste, Handwerker, Speditionen, Rettungswagen, Feuerwehr, Oldtimer...
Oder im E-Fall: viel Spaß bei der Kontrolle der Einhaltung des Verbotes mit den vorhandenen Mitteln der Polizei. Ich hörte, da ist nichtmal Personal für die tägliche Routine vorhanden... :pfiff:

Ich beteilige mich gern an nachhaltigen Lösungen. In erster Linie wäre dies eine Verringerung der Zahl der Fahrzeuge.
Aber ich weiss, dies ginge zu Lasten der heiligen Wirtschaft und des unbegrenzten Wachstums.
Aber solange dies nicht passiert, halte ich solche Hau-Ruck-Maßnahmen, inklusive AKW-Abschaltungen sowie eMobilität, für Unsinn.

Autor:  Sickboy [ 03.03.2018 19:20 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Bender hat geschrieben:
Sickboy hat geschrieben:
Ich bin gespannt wer das bezahlen darf... :8

Wir.
Oder neudeutsch: der Mittelstand.


Ich bezahle nix...ich fahre nämlich keinen Diesel...bin ich noch nie, mache ich gerade nicht, werde ich auch nie. Ich hoffe die betroffenen Leute überziehen das Land mit einer riesigen Klagewelle.

Autor:  Bender [ 03.03.2018 20:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Sickboy hat geschrieben:
Ich bezahle nix...

Vielleicht nicht direkt.
Aber über die durch die Umrüstung bzw. den Neuerwerb zu erwartenden Mehrkosten kommt es jedoch höchstwahrscheinlich zu Preisteigerungen. Aspirin, DHL-Paket oder die Pizza kosten denn eben 5 ct mehr ;)

Grade im Dienstleistungssektor kann ich mir vorstellen, dass einige Unternehmen die "gesperrten" Bereiche nur noch gegen Aufpreis anfahren oder gar ganz auslassen.

Autor:  bronco [ 12.03.2018 22:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Sickboy hat geschrieben:
Ich bezahle nix...


Ich befürchte leider auch, dass wir Benzinloverboys nicht ganz ungeschoren aus der Sache herauskommen. Spätestens, wenn ein neues Auto fällig wird, wird sich die gestiegene Beleibtheit der Benziner im höheren Anschaffungspreis bemerkbar machen.

Meine Meinung bleibt: Diesel gehört in den Traktor, LKW, Bus. In einem zivilisierten Fahrzeug hat so ne Nutzfahrzeughure nix zu suchen. :-)

Autor:  Bluntman [ 13.03.2018 11:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Software-Updates für Dieselmotoren

Ach was. Andi Scheuer ist a) so gut wie Verkehrsminister, b) mein Bro und c) sagt er, dass der Diesel auf einem guten Weg ist bzw. wir stolz sein dürfen auf deutsche Ingenieurskunst. Ja ja laut und schmutzig, ich weiß. Aber kein Schwein will leise Motoren (Formel 1 – Motorgeräusche = Zuschauerzahlen, eine einfache Gleichung mit aussagekräftigem Ergebnis) und die Beschleunigung vom Start weg ist halt geil :skull
Außerdem streuen "Benziner" im direkten Vergleich auch keine Gänseblümchen aus dem Endschalldämpfer, oder aber ich kann CO2 Tabellen nicht lesen. Glaskugel: Wenn sich die groß angelegte Diesel-Entrüstung gelegt hat, sind dann wieder Super-Bleifrei-Zapfer dran, mein Stichwort wäre hier Feinstaubpartikelfilterhorrorkrebstodscheiße. Spätestens ab dem 3. Quartal 2018 dürfen wir endlich wieder Ottomotoren hassen. Und so weiter und so weiter und so weiter.

Spoiler: anzeigen
Darüber hinaus lasse ich meinen Diesel seit Monaten Tag und Nacht durch laufen, allein weil die geringe Chance besteht, dass ich diesen utopischen Homo damit ärgern kann:

Bild

Und das freut mich.

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